FAQ – Fragen & Antworten zur Legalisierung von Cannabis

Unternehmensgründung

Ist eine Gewerbeanmeldung zum jetzigen Zeitpunkt und hinsichtlich eines nicht-medizinischen Gebrauchs überhaupt schon umsetzbar?

Eine Gewerbeanmeldung bzw. eine Eintragung ins Handelsregister ist mit der Geschäftstätigkeit im Genusscannabisbereich als „Gegenstand des Unternehmens“ nicht möglich. Eine Unternehmung mit (bereits) legalen Geschäftstätigkeiten eintragen zu lassen ist hingegen möglich. Gewerbe im Nahrungsergänzungsbereich, welche mit CBD handeln, sind bspw. heute schon zulässig.

Wie können sich Fachgeschäfte im Aufbau finanzieren? Werden Banken bereit sein, Kredite zu vergeben oder wird Risikokapital notwendig sein?

Finanzierungsprobleme wie in den USA werden Deutsche Cannabis-Unternehmen nicht zu befürchten haben. Dort sorgt vor allem die uneinheitliche Rechtslage dafür, dass Banken keine Kredite an Cannabis-Unternehmen vergeben dürfen. Das hindert viele Unternehmen daran, nötiges Kapital zu erhalten und ihr Geschäft zu expandieren. In Deutschland wird die Legalisierung bundesweit gelten. Daher rechnen wir nicht mit gesetzlichen Einschränkungen für die Kreditvergabe durch Banken. Allerdings könnte es anfänglich aufgrund der nach wie vor existierenden Stigmata gegenüber Cannabis zu eingeschränkten Leistungen bei manchen Finanzdienstleistern kommen. Dies sollte sich jedoch durch ansteigende Akzeptanz im Verlauf der Legalisierung verbessern.

Für die Finanzierung seiner Unternehmung gibt es auch alternative Möglichkeiten wie Risikokapital von Investoren oder öffentliches Crowdfunding bzw. -investment.

Wie starte ich, wenn ich ein eigenes Unternehmen gründen möchte?

Im Internet finden sich viele Hinweise darauf, was vor und nach der Gründung eines Unternehmens im Allgemeinen zu beachten ist. In Bezug auf den kommenden Genusscannabismarkt werden einige Besonderheiten erwartet, z.B.:

  • Bin ich sowohl finanziell als auch operativ in der Lage, in meinem Unternehmen die Rahmenbedingungen zu schaffen, welche für eine Lizenzierung notwendig sind?
  • Habe ich ausreichende Kenntnisse über alle relevanten Bestimmungen und Gesetze, sodass ich meine Geschäftstätigkeit ohne Bedenken ausführen kann?
  • Bin ich in der Lage, ein fundiertes Qualitäts- und Dokumentationssicherungssystem aufzubauen?
  • Die Konkurrenz wird vermutlich groß sein. Habe ich eine ausgereifte Geschäftsidee und die Motivation, mich gegen andere Marktteilnehmer durchzusetzen?

Store

Welche besonderen Anforderungen werden aufgestellt beim Verkauf von Betäubungsmitteln? Müssen z.B. Berichte über gelieferte und verkaufte Mengen an eine Behörde gemeldet und Statistiken erstellt werden?

Hier muss vmtl. sichergestellt werden, dass keine Produkte den Weg auf einen illegalen Markt finden. Eine lückenlose Dokumentation der Lieferkette sowie die Einhaltung aller Regularien wird in der Genusscannabisbranche daher sehr wichtig sein. Eine Berichtspflicht an Behörden o.ä. könnte daher Bestandteil der Gesetzgebung um die Legalisierung sein. Welche Anforderungen schlussendlich auf die Unternehmen zukommt, hängt zum Teil auch davon ab, ob Cannabis nach der Legalisierung weiterhin unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fällt.

Welche Store-Konzepte sind denkbar? Ist ein Franchise-Konzept in Zukunft möglich?

Es werden sich viele im Detail unterschiedliche Konzepte und Geschäftsmodelle entwickeln, darunter werden sich auch einige Franchise-Konzepte befinden.

Wie müssen die Produkte gelagert werden? Welche Schutzvorrichtungen müssen gegen Einbruch/Diebstahl ergriffen werden?

Eine geschützte und gesicherte Verwahrung (mit Hilfe von Tresoren, Alarmanlagen und weiteren technischen Möglichkeiten) wird voraussichtlich sehr detailliert im finalen Gesetz zur Legalisierung festgehalten sein. Als Orientierung lohnt sich ein Blick in §14 des Entwurfs des Cannabiskontrollgesetzes (CannKG) von Bündnis 90/Die Grünen aus dem Jahr 2018. Welche Vorschriften allerdings genau für die Sicherung gelten werden, ist bislang noch unklar.

Wird es möglich sein, Onlineshops für Cannabis zu Genusszwecken zu betreiben?

Wenigstens zu Beginn der Legalisierung wird ein Online-Vertreib aller Voraussicht nach erstmal nicht möglich sein. Die langfristige Entwicklung in diesem Bereich ist schwer vorherzusagen. In der Zukunft ist nicht ausgeschlossen, dass der Gesetzgeber nach guten Erfahrungen die Vorschriften anpasst und Rahmenbedingungen für einen Online-Vertrieb schafft.

Wo dürfen Fachgeschäfte eröffnen, welcher Abstand muss z.B. zu Schulen eingehalten werden? Kann es Läden nur in zentralen Lagen in Großstädten oder auch auf dem Land geben? Wird eine Zustimmung der Gemeinde für den Standort nötig sein?

Es ist damit zu rechnen, dass es Einschränkungen bei der Standortauswahl von Fachgeschäften geben wird. Wie diese jedoch aussehen werden, ist offen. In der öffentlichen Debatte wird bspw. ein Mindestabstand zu schützenswerten Einrichtungen wie Schulen gefordert. Wer die Genehmigungen für Fachgeschäfte ausstellt und ob Städte und Gemeinden in diesem Prozess teilhaben werden ist noch unklar.

Vertrieb / Retail

Ist auch eine Art Coffeeshop wie in den Niederlanden denkbar, mit Konsummöglichkeiten „unter Aufsicht“ und Beratung vor Ort?

Ein Konsum in Abgabestellen ist voraussichtlich erstmal nicht möglich. Hintergrund ist, dass der Konsum strikt vom Verkauf getrennt stattfindet und Abgabestellen nicht zum Konsum anregen sollen. Dennoch ist es denkbar, dass sich diese Einschränkung langfristig wandelt und etwa eine räumliche Trennung zwischen Abgabe und Konsum in Abgabestellen ausreicht.

Mit welchem Grammpreis für Genusscannabis können wir voraussichtlich rechnen?

Der Preis für Genusscannabis ist ein wichtiger Hebel, um den Schwarzmarkt für Konsumenten unattraktiv zu machen. Daher gehen wir davon aus, dass sich der Preis für legales Genusscannabis an dem Preis des Schwarzmarktes orientieren wird. Dieser liegt aktuell zwischen 8 und 13 Euro.

Oder ist ein Modell wie in Spanien mit Social Clubs realistischer?

Ein Vereinsmodell zur Abgabe wird es in Deutschland voraussichtlich nicht geben, da Cannabis über lizensierte Fachgeschäfte verkauft werden wird. Wir nehmen an, dass sich Genuss-/Konsumclubs gründen; eine geregelte Abgabe wird im Moment jedoch nur in lizensierten Fachgeschäften diskutiert.

Welche Vertriebswege werden zukünftig erlaubt sein? Wer wird Cannabis verkaufen dürfen?

Der Vertrieb wird durch spezialisierte Unternehmen mit besonders geschulten Mitarbeitern abgewickelt. Fachgeschäfte, Cannabis-Großhändler und Hersteller werden unterschiedliche Netzwerke aufbauen.

Wer wird voraussichtlich bzw. wer könnte Cannabis-Abgabestellen legal betreiben?

Die genauen Rahmenbedingungen sind noch unklar. Wir erwarten, dass zu den Betreibergruppen unter anderem folgende Einrichtungen zählen werden:

  • Apotheken (bestehende Unternehmen bereits im med. Cannabis tätig)
  • Hersteller (bestehende Unternehmen bereits im med. Cannabis tätig)
  • Großhändler (bestehende Unternehmen bereits im med. Cannabis tätig)
  • Unternehmenskooperationen
  • Einzelhändler
  • Neue Startups

Wie kann sichergestellt werden, dass insbesondere zu Beginn genug Produkte geliefert werden und nicht, wie in Kanada, die Nachfrage das Angebot übersteigt?

Cansativa hat sich früh mit dieser kritischen Phase der Legalisierung beschäftigt und wir werden aller Voraussicht nach sicherstellen, dass es nicht zu Lieferengpässen kommen wird. Aus unserer Sicht können Lieferengpässe vermieden werden, indem die lokale Lieferkette vorzeitig ausgebaut wird. Außerdem können die Importe sowohl aus Kanada als auch aus unseren europäischen Partnerländern erhöht werden. Eine weitere Schwierigkeit ist die flächendeckende Verfügbarkeit von Abgabestellen, die durch die Rahmenbedingungen des Gesetzgebers ermöglicht werden sollte.

Wie müssen Transporte gegen Diebstahl gesichert werden? Werden bspw. GPS überwachte und gepanzerte Transporter eingesetzt?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Aktuell ist es in der Betäubungsmittel-Logistik gängig, dass die Transporter mindestens via GPS überwacht werden. Wir nehmen an, dass der Gesetzgeber für den Transport von Genusscannabis ebenfalls strikte Transportvorschriften erlassen wird. Wie streng diese Vorschriften genau sein werden, hängt ebenfalls davon ab, ob Genusscannabis als Betäubungsmittel behandelt werden muss.

Wird ausschließlich der Verkauf von Cannabis-Produkten erlaubt sein oder dürfen andere Produkte ebenfalls angeboten werden?

Das ist nicht abzuschätzen. Wir nehmen aber an, dass Komplementärprodukte (z.B. Verdampfer, Zubehör) verkauft werden dürfen.

Lizenz

Geschätzte Kosten für die Lizenzierung?

Die Kosten sind nicht abzuschätzen oder vorherzusagen. Wenn man die Absicht hat, zukünftig eine Lizenz zu erwerben, sollte man mit mindestens einigen hundert Euro an Verfahrenskosten rechnen.

Welche Auflagen gibt es bisher für die Herstellung von medizinischem Cannabis?

Bei der Herstellung von medizinischem Cannabis muss in Europa die sogenannte „Good Manufacturing Practice“ eingehalten werden. Weiterführende Informationen finden Sie hier: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/gmp.html

Welche Institution / Behörde wird vermutlich Lizenzen für den Verkauf von Cannabis ausgeben?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Aller Voraussicht nach wird eine neue Stelle im Gesundheitsministerium geschaffen, die sich verantwortlich mit der Lizensierung von Abgabestellen befassen wird. Allerdings ist es ebenfalls denkbar, dass die Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte für die Lizensierung zuständig sein wird.

Welche Voraussetzungen für eine Lizenz sind denkbar?

Die genauen Voraussetzungen sind noch unklar. Es sind aber einige organisatorische und infrastrukturelle Voraussetzungen denkbar. Voraussichtlich wird folgendes zu leisten bzw. vorzuweisen sein:

  • Zertifiziertes Qualitätsmanagement- & POS-System
  • Geschultes Personal (nach vom Gesetzgeber festgelegten Standards)
  • Von der Behörde durchgeführte Inspektionen und Audits
  • Lückenlose Dokumentation der Geschäftsabläufe
  • Eigenständige Durchführung regelmäßiger Überprüfungen
  • Beschwerdemanagementsystem
  • Passende Räume und Einrichtungen

Schulungen

Welche Institutionen werden vermutlich passende Schulungen anbieten?

Das ist aktuell noch unklar. Es ist möglich, dass neben öffentlichen Stellen, beispielsweise Suchtpräventionsstellen, Handelskammern und Verbraucherschutzzentralen auch staatlich lizensierte Privatunternehmen die Schulungen anbieten und durchführen werden.

Welche Schulungsinhalte sind denkbar?

Die Schulungsinhalte werden sich wahrscheinlich hauptsächlich auf den Verkauf von Cannabis und den Umgang mit Kunden in der Abgabestelle beziehen. Daher sind folgende Inhalte denkbar:

  • Kenntnisse zu Cannabis (Wirkungsweise, Wirkstoffe, Anatomie, Gefahren, etc.)
  • Suchtprävention und Früherkennung riskanter Konsummuster
  • Vermittlung an und die Kommunikation mit lokalen Suchthilfestellen
  • Kundenorientierte Beratung und Aufklärung zu Cannabis
  • Umgang mit Jugendlichen

Wie sinnvoll ist die Teilnahme an einer amerikanischen Schulung?

Für Themenbereiche wie Pflanzenkunde, Anbau, Vertriebsmodelle, Marktwissen, etc. kann die Teilnahme an Schulungen als Vorwissen dienen. In Bereichen wie der Suchtprävention oder dem Umgang mit Jugendlichen ist dies weniger sinnvoll. Außerdem erwarten wir, dass die aktive Teilnahme an Schulungsveranstaltungen Voraussetzung für das Erlangen der Qualifikation sein wird. Daher kann belegbares Vorwissen absehbar nicht die Teilnahme an einer auf die deutsche Legalisierung zugeschnitten Schulung ersetzen.

Kooperation

Kann ich Cannabisprodukte bei Cansativa kaufen? Verkauft Cansativa dann Genusscannabisprodukte an Endkunden, Einzelhändler oder Zwischenhändler?

Aktuell können nur Apotheken bei Cansativa Cannabisprodukte kaufen. In einem legalisierten Genussmarkt werden wir unsere Produkte auch an alle Arten von lizensierten Abgabestellen vertreiben.

Plant Cansativa ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen?

Wir befinden uns momentan in der Planung eigener Cannabisproduktreihen. Es ist noch offen wann diese verfügbar sein werden.

Wie könnte der Cannabismarkt in Zukunft aussehen? Wird es größere Unternehmen geben, die bspw. ein Filialnetz aufbauen oder werden überwiegend unabhängige, kleine Läden entstehen?

Wir können uns sehr gut vorstellen, dass sich viele verschiedene Geschäftsmodelle auf dem neuen Genusscannabismarkt entfalten werden. Es wird sich zeigen, welche Konzepte sich langfristig behaupten können.

Anbau und Branding

Aus welchen Ländern werden die Produkte herkommen?

Aktuell kommen die meisten Produkte aus Kanada, Spanien, Portugal, Dänemark, den Niederlanden, Uruguay und Australien. Wir nehmen an, dass sich die Anzahl produzierender Länder im Medizinal- sowie im Genusscannabisbereich erhöhen wird.

Können die Produkte im Freiland, unter Glas oder nur unter ähnlichen Bedingungen wie medizinisches Cannabis erzeugt werden?

Das ist schwer abzuschätzen. Es wird auf alle Fälle strenge Qualitätsstandards geben, welche sich voraussichtlich in abgeschwächter Form an denen für Medizinalcannabis orientieren werden.

Welche Aspekte werden bei der Qualitätssicherung wichtig sein?

Hierbei lohnt sich der Blick auf bisherige Bestimmungen bei Medizinalcannabis (z.B. GMP-Lizenz), auch wenn damit zu rechnen ist, dass die Rahmenbedingungen bei Genusscannabis lockerer sein werden.

Wird Cannabis für den legalen Markt zukünftig weiterhin nur von den „Big Playern“ produziert werden?

Zu Beginn des legalen Genussmarktes wird der größte Nachfrageanteil von größeren Unternehmen gedeckt werden, da der Anbau von Cannabis mit hohen Auflagen und damit mit hohen Investitionen verbunden ist. Doch bereits heute gibt es auch kleinere Importeure oder Brand-Owner, welche im Ausland herstellen lassen und die Produkte im Inland unter eigener Marke vertreiben (siehe z.B. Bavaria Weed).

Wird es möglich sein selbstgezüchtete Eigensorten anzubieten und zu vermarkten?

Nein, die kommerzielle Vermarktung selbstangebauter Produkte wird in Deutschland nicht möglich sein. Allerdings ist der legale Eigenanbau für ausschließlich private Zwecke realistisch und wird derzeit politisch diskutiert.

Wird sich das Angebot auf Blüten, Harz und Extrakte beschränken oder werden auch bspw. Edibles auf dem Markt zugelassen?

Wir als Cansativa würden den Handel mit alternativen Produktformen begrüßen. So könnte das gesundheitliche Potential von Cannabis besser erforscht werden und sich der Cannabismarkt innovativ weiterentwickeln. Wie genau die Produktvielfalt im Genusscannabismarkt aussehen wird, ist jedoch noch offen.

Woher werden die Fachgeschäfte ihre Waren beziehen können? Direkt von Herstellern, Landwirten oder über einen Großhandel?

Es ist anzunehmen, dass der Gesetzgeber auch den Beschaffungsprozess von Unternehmen reglementieren wird. Mit einer Einschränkung für den Bezug von Waren (z.B. ausschließlich von Großhändlern) rechnen wir aktuell allerdings nicht. Wir gehen davon aus, dass die beschaffenden Unternehmen die lizensierten Lieferanten frei auswählen dürfen.

Politik

Gehen Sie davon aus, dass die Cannabisagentur auch die verantwortliche Behörde bei Genusscannabis sein wird?

Das ist noch offen. Die Cannabisagentur ist für medizinisches Cannabis zuständig und im Kontext des UN Einheits-Übereinkommens von 1961 über Suchtstoffe entstanden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Cannabisagentur bzw. das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auch Verantwortlichkeiten im Kontext von Genusscannabis übernehmen wird.

Im Gesetzentwurf der Grünen (CannKG) ist ein Werbeverbot vorgesehen. Nehmen wir an, das kommende Gesetz enthält ebenfalls ein Werbeverbot: Auf welchen alternativen Wegen können Kunden erfahren, wo sie sicher und legal einkaufen können? Werden Produktinformationen z.B. im Internet dann als Werbung eingestuft oder werden diese möglich sein?

Das ist noch offen. Im Moment ist ein eingeschränktes Werbeumfeld für Cannabisprodukte das wahrscheinlichste Szenario. Denn es muss unbedingt vermieden werden, dass mit Werbung und Produktplatzierungen zum Konsum angeregt wird. Wir halten aber ein absolutes Werbeverbot für kontraproduktiv. Cannabis ist ein äußerst komplexes Produkt. Daher müssen Unternehmen in der Lage sein, Informationen über Produkte, Lieferketten und Unternehmenspartner zu veröffentlichen. Nur so können sich Konsumenten selbständig aufklären. Daher sollten Marketing- und Brandbuildingaktivitäten zulässig sein, die sich auf informative Inhalte beschränken. Darunter verstehen wir etwa Firmenprofile, Sicherheits- und Zertifizierungshinweise, Wirkungsweisen und weitere Produktinformationen oder Unternehmensaktivitäten im CSR-Bereich.

Können, dürfen oder sollen sich zukünftig Fachgeschäfte an der Aufklärung und Prävention beteiligen?

Die Fachgeschäfte werden zukünftig eine maßgebende Rolle bei der Aufklärung spielen. Diese Funktion wird der Gesetzgeber vermutlich durch z.B. verpflichtende Alterskontrollen, regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter oder vorgeschriebene Informationsmaterialien sicherstellen.

Mit welchem Zeitplan für die Legalisierung können wir rechnen?

Wir rechnen damit, dass dieses Jahr sowohl in den Ministerien als auch in den Ausschüssen im Bundestag Vorbereitungen laufen, sodass Anfang des Jahres 2023 der formelle Gesetzgebungsprozess und die parlamentarischen Beratungen beginnen können. Damit könnte die Legalisierung bereits Ende 2023 bzw. Anfang 2024 umgesetzt werden, je nachdem wie die Problematik um die UN-Drogenkonvention gehandhabt wird. Der konkrete zeitliche Ablauf ist allerdings noch offen.

Welche Auswirkungen könnte die Legalisierung auf die Straßenverkehrsordnung und das Führen von Fahrzeugen haben?

Im Zuge der Legalisierung sollte unbedingt die aktuelle Führerscheinregelung und die Toleranzgrenze für Cannabis angepasst werden. Das Beibehalten des jetzt schon niedrigen Grenzwerts von 1,0 Nanogramm THC pro Milliliter, würde für massive Probleme im Straßenverkehr und in der Justiz führen. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass im Zuge der Legalisierung die Toleranzgrenze angehoben wird.

Wie könnte der Umgang mit Grenzpendlern aussehen? Wird es als legaler Genusskonsument in Zukunft problematisch ins Ausland zu reisen?

Das ist noch offen. Die Cannabislegalisierung zu Genusszwecken ist zum aktuellen Zeitpunkt ein ausschließlich deutschlandweites Projekt. Auf absehbare Zeit müssen Grenzpendler die im Ausland geltenden Regularien beachten. Außerdem gehen wir davon aus, dass sich die Abgabe von Cannabis, zumindest zu Beginn, auf in Deutschland wohnhafte Personen beschränkt.

Kontakt

Cansativa Group
Hessenring 15i
64546 Mörfelden-Walldorf
Telefon: 069 / 2475 778 40

Geschäftsführer: Benedikt Sons, Jakob Sons USt-ID: DE314242311 Cansativa GmbH ist als Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 108385.

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